Vor ein paar Wochen bin ich beim Zappen bei Sarah Wieners' kulinarischer Alpentour hängen geblieben. Sie hatte in der Sendung die Aufgabe, ein Menü mit regionalem Bezug zu Ihrer aktuellen Station nachzukochen. Wobei der eigentliche Fokus in der "Beschaffung" der Zutaten und dem Kennenlernen der jeweiligen Produzenten bestand. Diese wurden zum Ende der Sendung eingeladen, das von ihr zubereitete Menü zu Essen. Die gewählten Speisen waren meist recht deftig gewählt, dennoch war in meinen Augen vieles interessantes zu Entdecken. Das Bemerkenswerteste war jedoch die schöne Landschaft dieser verhältnismäßig unbekannten Ecken der Alpen. Die sind allemal eine Reise wert.
Die Protagonistin war mir bis zu dieser Sendung eigentlich unbekannt. Im Sud der zahlreichen Fernsehköche hatte ich zwar mal diesen Namen aufgeschnappt, konnte sie aber in keinster Weise zuordnen. Von ihrem Restaurants habe ich daher auch eher per Zufall erfahren. Doch solche Zufälle wollen genutzt werden. Eine Reise nach Berlin war ohnehin geplant. Und da auch kurzfristig ein Tisch in einem Ihrer Restaurants frei war, konnte ich am Samstag Abend
DAS SPEISEZIMMER betreten.
Dabei handelt es sich nicht um ein "Sternerestaurant", sondern um ein einfaches Restaurant mit etwas gehobener Küche. Das spiegelt sich auch in den Preisen der Menüs wieder, die kein allzu tiefes Loch in den Geldbeutel des Hobby-Gourmets reißen.
Passend zur aktuellen Fernsesendung wird im SPEISEZIMMER das Alpentourmenü angeboten. Das ist ein Drei-Gänge-Menü:
- Kalbsbries (noch nie zuvor probiert, aber durchaus lecker) mit Speck und Wurzelgemüse (nur ein kleiner Klacks)
- Kaninchen (etwas trocken) mit hausgemachter Pasta (gut) und Spargel und Pilzen (ist nicht so meins)
- Hausgemachtes Beereneis (Hammer!) mit einem Palatschinken (auch sehr lecker!)
Vorab gab es etwas hausgebackenes Kartoffelbrot (
lecker) mit diversen Dippings und als Küchenguß eine Art Roastbeef/Carpaccio (
viel zu wenig ;-) )
Zu jedem Gang wird auf Wunsch ein passender Wein serviert. Der Serivce war sehr zuvorkommend und hilfsbereit und hat gerne und ausdauernd alle meine Fragen zu den Speisen und Zutaten beantwortet. Wenn das Wetter mitspielt kann man auch schön vor dem Restaurant sitzen und den Blick über einen der Berliner Kanäle/Flüsse schweifen lassen. Das Restaurant ist, wie der Name schon andeutet, nur ein großes Zimmer. Daher war es dort auch etwas unruhig und laut, als an allen Tischen gespeist und gesprochen wurde.
Wer durch irgendwelche Wendungen des Schicksals nach Berlin gelangt, dem kann ich empfehlen Sarah Wiener einen Besuch abzustatten. Wer dies nur wegen Sarah Wiener machen sollte, den muss ich enttäuschen. Sie wird wahrscheinlich nicht da sein. Das Restaurant wird nicht von ihr geführt. Sie scheint nur eine Art Namenspatronin und Rezeptzulieferin zu sein (und Inhaberin).
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