Drei Jahre hat es gedauert, bis ich mein perfektes Brot- und Brötchenrezept gefunden habe (siehe unten: Sonntagsbrötchen). Über viele Höhen und Tiefen auf dem Weg dahin habe ich hier berichtet. Über so manchem ungewollten Fladenbrot oder Türstopper liegt bis heute der Mantel des Schweigens. Nach der Entdeckung des Rezepts ist es hier merklich ruhiger geworden. Viel gab es nicht mehr zu berichten. Der Teig und ich sprechen nicht immer die gleiche Sprache, doch verstehen wir uns inzwischen ganz gut. Doch jetzt ist umständehalber sein undurchschaubarer Cousin hier aufgetaucht. Glutenfrei. Was wurde der Teig nicht in endlosen Kreisen im Kitchen-Aid-Karoussell bespaßt, um noch längere Glutenfäden zu erhalten. Immer fluffiger sollte es werden. Und jetzt das! Weizen. Tabu! Dinkel. Nada! Roggen. Vorbei! Hafer. Aus! Mais- und Reismehl sind die neuen Heilbringer. Die tummeln sich gerne mit Kartoffelstärke, Kamut, Buchweizen und Teff. Tolle Sache das, nur leider haben die es alle nicht so mit der Hefe. Da rackern sich die kleinen Pilze ordentlich ab, und die neuen Mehle lassen die Gase in alle Richtungen entweichen. Als Dank zieht man Gebilde aus dem Ofen, die einen an die schlimmen ersten Backversuche erinnern lassen. Also alles wieder von vorne! Die Suche nach dem perfekten Brötchen startet erneut.

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